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Konsumerziehung mit Kindern – Bewusst & Nachhaltig

Kinder wurden von der Werbung längst als starke Konsumgruppe entdeckt. Ob auf Kinder zugeschnittene Fernsehwerbung, zahlreiche Werbeanzeigen in Kinderzeitschriften oder die berüchtigte „Quengelware“ auf Augenhöhe der Kinder an der Supermarktkasse – selbst die Kleinsten werden zum Konsum aufgerufen. Der Druck von Gleichaltrigen ist groß und Vorbilder aus den Medien leben den Konsum vor. Wie setzt man als Elternteil sinnvoll Grenzen, ohne sein Kind zu sehr einzuschränken? Dieser Ratgeber gibt wertvolle Tipps und Anregungen das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und soll dabei helfen, dem Nachwuchs einen bewussten Umgang mit Konsumgütern zu vermitteln.

Bewusst konsumieren als Elternteil

Das gesunde Konsumverhalten von Kindern fängt bei ihren Eltern an. Kinder orientieren sich in ihrem Konsumverhalten an ihren Eltern, eifern ihnen nach und lernen was konsumiert wird und was nicht. Hier eine Vorbildrolle einzunehmen ist das A und O. Wenn zu Hause nachhaltig konsumiert, nur das Nötigste neu gekauft und auf Mehrwegprodukte gesetzt wird, lernt ein Kind automatisch auf diese Dinge wert zu legen und ist weniger anfällig für äußere Einflüsse wie Werbung oder Gruppendruck. Bewusstes Konsumieren im Alltag kann so aussehen:

  • Einkaufslisten schreiben (und sich daran halten!)
    Auf diese Weise kaufst du nur, was auch wirklich benötigt wird. Impulskäufe kannst du so leichter vermeiden und zu Hause wirfst du weniger weg. Binde dein Kind in den Prozess mit ein und verdeutliche, warum ihr nur kauft, was euch zu Hause auch tatsächlich fehlt.
  • Reste effizient verwerten
    Mache deinem Kind bewusst, dass alles einen Wert hat. Viele Essensreste können eingefroren und später gegessen werden, alte Schuhkartons eignen sich hervorragend, um Spielzeug zu verstauen und Einmachgläser kannst du als Vorratsgläser für die Küche verwenden.
  • Tauschen und Leihen statt Kaufen
    Bohrmaschine, Rasenmäher oder auch das Auto – vieles nutzen wir nicht jeden Tag oder sogar nur sehr selten. Sprich dich mit deinen Nachbarn ab, um unnötige Anschaffungen zu vermeiden. Du hast einen Apfelbaum im Garten? Vielleicht hat dein Nachbar Kirschen und ihr könnt tauschen!
  • Secondhand einkaufen
    Kinder wachsen schnell. Wer da ständig neue Kleidung kauft, gelangt schnell an seine finanziellen Kapazitäten und besonders nachhaltig ist das auch nicht. Vor allem für kleine Kinder gibt es eine Menge Secondhand-Kleidung zu kaufen. Ist dein Kind dafür zu groß geworden, kannst du sie einfach wieder in einen Secondhandladen bringen und sie wieder dem Kreislauf zuführen. Auch online gibt es viele Secondhand-Angebote!

Kaufkraft Kind – Das Problem mit der Werbung

Das Konsumverhalten von dir als Elternteil ist zwar ausschlaggebend, jedoch am Ende nur die halbe Miete. Werbetreibende haben Kinder längst als lukrative Zielgruppe entdeckt und auch von Gleichaltrigen geht ein gewisser Konsumdruck aus. Verglichen mit Erwachsenen, sind Kinder einfacher zu beeinflussen, da sie sich den Mechanismen von Werbung in der Regel noch nicht bewusst sind. Das hat zur Folge, dass immer mehr Werbung auf Kinder ausgerichtet ist und auch die Kleinsten mittlerweile ständig mit Werbebotschaften konfrontiert werden. Die so erzeugten Bedürfnisse der Kinder sind kaum zu befriedigen und nicht wenige Eltern gelangen hier an ihre finanziellen und pädagogischen Grenzen. In Punkto Mode oder Technik ist es z.B. nahezu unmöglich geworden, immer am Zahn der Zeit zu bleiben, was ein großes Konfliktpotential im Familienverbund schüren kann. Versuche daher den Medienkonsum deines Kindes gering zu halten und es nicht zu viel Werbung auszusetzen. Am Ende des Tages ist es meist nicht die Masse an Spielsachen, die ein Kind glücklich macht, sondern das eine Lieblings-Spielzeug.

Bedürfnisse von Kindern erkennen

Bei der Konsumerziehung spielt neben einem gesunden Umgang mit Geld vor allem das Navigieren zwischen echten und künstlich erzeugten Bedürfnissen eine wichtige Rolle. Ab einem gewissen Alter lernen Kinder, dass nicht alle ihre Bedürfnisse sofort erfüllt werden und noch wichtiger – dass dies kein Weltuntergang ist! Sprich mit deinem Kind über seine Bedürfnisse, wenn erneut ein neues paar Schuhe gefragt sind und versucht gemeinsam herauszufinden, woher dieses Bedürfnis stammt. Hat dein Kind bereits funktionstüchtige Schuhe? Dann steckt hinter dem Wunsch vielleicht ein sozialer Druck von Mitschülerinnen und Mitschülern. Als Elternteil ist es daher wichtig, deinem Kind ein gesundes Selbstwertgefühl zu vermitteln und ihm bewusst zu machen, dass es die Unterschiede sind, die uns als Individuen ausmachen. Wenn wir alle gleich aussehen würden und uns gleich kleiden würden, wäre das doch eher langweilig, oder? Durch Lob und Zuspruch kannst du gute und bewusste Konsumentscheidungen oder -verzichte deines Kindes bestärken. Versuche dabei das richtige Maß zu finden, denn die Erfahrung eigene Entscheidungen treffen zu können und respektiert zu werden, ist für Kinder ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Taschengeld

Das durchschnittliche Taschengeld von 9-13-jährigen beträgt in etwa 27 Euro im Monat. Von diesem Geld kaufen sich die meisten Kinder Süßigkeiten, Zeitschriften oder Eis.[i] Das Taschengeld ist ein gutes Mittel, um Kindern eigene Erfahrungen mit dem Medium Geld zu ermöglichen. Durch kleine Transaktionen beim Bäcker oder am Kiosk lernen Kinder, dass sie Geld gegen Waren eintauschen können und welche Waren welchen Geldwert besitzen. Erkläre deinem Kind, dass es für größere Anschaffungen sparen muss. Um das zu erleichtern, könnt ihr gemeinsam aus einem alten Glas oder einer Konservendose eine Spardose basteln, welche dein Kind über die Zeit mit einem Anteil seines Taschengeldes füllt. Auf diese Weise lernt dein Kind seine Bedürfnisse zu kontrollieren und dass nicht alles einfach sofort gekauft werden kann. Vielleicht ist das Spielzeug oder die neuen Schuhe nach ein paar Wochen sparen auch gar nicht mehr so attraktiv – Geduld führt zu einem bewussteren Konsumverhalten.

Taschengeld wird in der Regel ohne das Erbringen einer Gegenleistung gezahlt. Daher ist es wichtig, dass du deinem Kind erklärst, woher das Geld kommt und dass es verantwortungsbewusst damit umgehen sollte. Ab einem gewissen Alter kann es auch sinnvoll sein, dass dein Kind sich durch kleine Aufgaben sein Taschengeld erarbeitet. Das Taschengeld wird sich dann beispielsweise durch Blumengießen oder durch Gassigehen mit dem Hund verdient und erhält dadurch für den Nachwuchs einen ganz neuen Stellenwert. Selbst verdientes Geld gibt man nicht so leichtfertig aus und Konsumentscheidungen werden bewusster getroffen.

Tipp

Bei einem Kinderflohmarkt kann dein Nachwuchs zu klein gewordene Kleidung und ausrangierte Spielsachen verkaufen und tauschen. So können erste Erfahrungen im Umgang mit Geld gesammelt und gleichzeitig ein nachhaltiger Umgang mit Konsumgütern geschult werden.

Tipps zum Schenkverhalten

Geburtstag, Weihnachten, Ostern oder Einschulung – Kinder bekommen häufig Geldgeschenke. Vor allem Verwandte greifen gern zum Geldgeschenk, so dass Kinder im Schnitt 187 Euro im Jahr geschenkt bekommen.[ii] Viele Eltern legen das Geld für die Kinder in einem Sparbuch an, so dass sie es später für Führerschein oder Ausbildung verwenden können. Die meisten Kinder haben jedoch sehr konkrete Wünsche, schreiben lange Wunschzettel und wissen genau, was an Weihnachten unterm Baum liegen soll. Sprich mit deinem Kind über seine Wünsche und gehe Wunschzettel mit ihm gemeinsam durch. Erörtert, welche Wünsche Priorität haben und welche vielleicht gar nicht den eigenen Bedürfnissen, sondern sozialem Druck aus Schule oder Kindergarten entspringen. Augenhöhe ist hier das Stichwort – wenn dein Kind sich verstanden fühlt, ist es wahrscheinlicher, dass es Kompromisse eingeht und Wünsche noch einmal überdenkt.

Geschenk-Alternativen zu Bargeld

  • Erlebnisse schenken
    Schöne Erinnerungen sind wertvoller als Materielles. Kinder freuen sich über Ausflüge in den Zoo, einen Freizeitpark oder ein Wochenende bei Oma und Opa meist mehr als über ein Geldgeschenk.
  • Ausleih-Abo für Spielzeug[iii]
    Kinder wachsen schnell aus Spielzeug raus. Das hat zur Folge, dass sich vielerorts in den Kinderzimmern oder Kellern massenweise ausrangiertes Spielzeug sammelt. Beim Ausleihen kannst du Spielsachen wieder zurückgeben, wenn dein Kind kein Interesse mehr daran hat. So kann ein anderes Kind damit spielen und es werden Ressourcen geschont.
  • Selbstmach-Kästen
    Specksteine, Filzen, Webrahmen, Bauklötze – die Auswahl ist riesig und Bastel-Geschenke regen die Kreativität deines Kindes an.
  • Bücher schenken
    Bücher sind nach wie vor eine tolle Geschenk-Idee, nicht nur für Kinder! Nach dem Lesen kann dein Kind sein Buch mit anderen Kindern gegen ein anders Buch eintauschen. Das ist nachhaltig und fördert soziale Kontakte.

Ökologische Spielmaterialien: Nachhaltigkeit im Kinderzimmer

Die Vielfalt an Spielzeug auf dem Markt ist immens. Da als Erwachsener nicht den Überblick zu verlieren ist schwer, als Kind nahezu unmöglich. Daher ist es wichtig, dass du als Elternteil darauf achtest, dass die Menge an Spielzeugen nicht reizüberflutend wird und die Spielzeuge aus unbedenklichen Materialien hergestellt werden. Am besten orientierst du dich dabei an seriösen und unabhängigen Gütesiegeln[iv]. Diese gibt es für verschiedene Kriterien:

  • Schadstoffe
    Öko-Test, TÜV Toxproof, Oeko-Tex, Spiel Gut
  • Materialherkunft
    Bio-Zertifizierungen kbA und kbT, GOTS, IVN Best
  • Pädagogischer Wert
    Spiel Gut, Öko-Test

Fazit

Bewusst zu konsumieren ist in unserer von Werbung geleiteten Zeit nicht einfach. Umso wichtiger ist es, dass Kinder bereits früh für ihre Bedürfnisse sensibilisiert werden und einen gesunden Umgang mit Werbung vermittelt bekommen. Ab einem gewissen Alter kann das Zahlen von Taschengeld dabei helfen, Kindern ein Gefühl für Geld zu vermitteln und ihnen gleichzeitig Autonomie und Selbstbestimmtheit ermöglichen. Als Elternteil ist es wichtig, das Selbstbewusstsein deines Kindes zu stärken und dieses dabei bewusst von Materiellem abzugrenzen. Durch Flohmärkte und Tauschbörsen lernt dein Kind, dass Konsumgüter einen gewissen Wert haben und können erste Erfahrungen im Umgang mit Geld sammeln.

Wir sind ein junges, kreatives Team aus Experten für ökologisches Bauen, Raumgestaltung und Malerhandwerk. Mit viel Herzblut entwickeln und mischen wir unsere ökologischen Naturfarben in unserer Manufaktur in Dresden und setzen dabei auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren und natürliche Inhaltsstoffe. Wir möchten am liebsten so vielen Menschen wie möglich helfen, ihr Zuhause wohngesünder und natürlich schön zu gestalten. Wenn du also Fragen hast oder Hilfe brauchst, schreib uns einfach auf Instagram oder WhatsApp. Wir helfen dir gern! Folge uns auch auf unseren Social-Media-Kanälen, um keine Neuigkeiten zu verpassen und mehr über unsere Arbeit und unsere Werte zu erfahren.
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Quellen:

[i] https://docplayer.org/16081051-Im-auftrag-von-egmont-ehapa-media-kids-verbraucher-analyse.html (zuletzt geprüft 04.01.2022)
[ii] https://docplayer.org/16081051-Im-auftrag-von-egmont-ehapa-media-kids-verbraucher-analyse.html (zuletzt geprüft 04.01.2022)
[iii] https://utopia.de/ratgeber/spielzeug-leihen-mieten/ (zuletzt geprüft 04.01.2022)
[iv] http://www.echtkind.de/schadstofffreies-spielzeug (zuletzt geprüft 04.01.2022)